Autor von Verraten Florian Schwiecker im Interview

© Rupi Schröder
Florian Schwiecker ist 1972 in Kiel geboren. Ab 1983 in West-Berlin aufgewachsen, arbeitete er viele Jahre als Strafverteidiger. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er auch immer wieder Polizisten vertreten und so ein gutes Netzwerk im Rahmen der Sicherheitsbehörden aufbauen können. Er kennt daher die Welt des Verbrechens und der Ermittlungsbehörden aus erster Hand.
Mit Verratenseinem Debütroman, über den Agent der geheimen Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung, Luk Krieger, gelingt Florian Schwiecker ein fantastischer Roman mit einer brisanten Thematik sowie auch authentischen Charakteren.

Wie kamen Sie auf die Idee des Buches?
Verrückterweise durch die Wirklichkeit. 2010 habe ich noch in Nordamerika gelebt und es kamen mehrere Sachen zusammen. Einer der wesentlichen Grundlagen meines Plots war der immer mehr in den Vordergrund rückende arabische Frühling und die Frage, welche Auswirkungen das auf die Welt und Europa haben könnte. Dann meine Nähe bzw. Freundschaft zu vielen Soldanten, bzw. Soldaten-Familien. Die haben sehr genau beobachtet, was in der Welt passiert und wie sich das entwickeln könnte, weil sich natürlich immer die Frage stellt, ob sie in einen neuen Einsatz geschickt werden.

Warum haben Sie genau dieses Thema für ein Buch ausgewählt?
Ich habe mir die Frage gestellt, was passieren würde, wenn radikal-islamische Organisationen es schaffen, Europa mit einer Terrorwelle zu überziehen und wie dann wohl die Interessenlage in Deutschland und der Welt ist. Ich habe damals nicht damit gerechnet, dass das alles Wirklichkeit werden könnte. 

Haben die Ereignisse aus dem letzten Jahr dazu beigetragen, dass Sie das Buch geschrieben haben?
Nein, die Geschichte stand schon vorher. Die Ereignisse haben vielmehr dazu beigetragen, dass ich das Buch beinahe nicht veröffentlicht hätte. Warum ich es dann doch getan habe, könnt ihr hier nachlesen
» http://luk-krieger.com/820-2

Wie viel Florian Schwiecker steckt in unserem Protagonist Luk?
Wir teilen die gleichen Werte und denken sehr ähnlich. Allerdings ist mir Luk in Fähigkeiten, Mut und Konsequenz zum Glück haushoch überlegen. Wären wir uns ähnlicher, hätte er vermutlich nicht mal das erste Drittel des Buches überlebt. 

Und wenn wir schon bei Luk sind, von wem ist die seine impulsive Fahrweise inspiriert worden?
Ha, eine super Frage. Also eine wirklich gute Freundin hat neulich mal gesagt, dass sie sich nicht wundert, dass Luk so fährt wie ich. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich während des Jurastudiums Politiker gefahren habe und deshalb auch eine spezielle Ausbildung bekommen habe. 

Von wem ist Anna Cole inspiriert?
Auch von einer lebenden Person :-)

Wie viel eigene Erfahrungen oder Erlebnisse stecken in ihrem Buch „Verraten“?
Eine ganze Menge. Dazu kommen auch die Erfahrungen und Einschätzungen anderer und am Ende natürlich auch eine gute Portion Fiktion. Ich habe das Buch so geschrieben, dass man sich nie ganz sicher sein kann, wo die Fakten enden und die Fiktion beginnt. Lustiger Weise sind die Punkte, die einige Leser für ausgedacht halten real und umgekehrt. 

Kannten Sie schon beim schreiben des ersten Satzes das Ende des Romans?
Nein, der hat sich tatsächlich einige Male geändert. Obwohl es natürlich immer cool klingt, wenn man den ersten Satz von Anfang an im Kopf hatte J

Wenn Sie die Gelegenheit hätten das Buch neu zu schreiben, würden Sie etwas verändern?
Nein, das würde ich nicht, denn ich schaue immer eher nach vorne. Nachdem VERRATEN fertig war und ich es dann mit einigem Abstand nochmal gelesen habe, sind mir aber viele Ideen für das nächste Buch gekommen. Fragen, die noch nicht beantwortet sind, Charaktere, über die man mehr erfahren möchte usw.

Wann schreiben Sie gerne?
Wenn ich nicht unter Druck stehe.

Wie sind Sie beim Schrieben?
Glücklich!

Was weckt Ihre Inspiration zu einem neuen Buch?
Die Wirklichkeit. 

Jeder Mensch lässt sich im leben von bestimmten Persönlichkeiten beeinflussen. Haben Sie solche Vorbilder?
Absolut. Das sind zum Teil reale Menschen, zum Teil auch fiktive Charaktere. Was ich sehr gerne mag, sind Menschen, die Ecken und Kanten haben und für ihre Überzeugung einstehen und diese auch vertreten. Und das nicht, weil es vielleicht populär ist, oder weil man es so machen sollte, oder weil es sich so gehört. Sondern einfach, weil sie es glauben und es für sie das Richtige ist. 

Lesen Sie auch selber gerne?
Tag und Nacht.

Haben Sie ein Lieblingsbuch oder ein Buch, dass Sie zum schreiben inspiriert hat?
Zum Lesen inspiriert haben mich u.a. Agatha Christie, Edgar Wallace, Astrid Lindgren. Zum Schreiben inspiriert haben mich John Grisham, David Baldacci, Nelson DeMille, Lee Child, Colin Dexter, Daniel Silva und dann zum Teil auch Vince Flynn, der leider viel zu früh verstorben ist. Ach ja, und natürlich auch Ian Fleming :-)

In welchem Roman würden Sie gerne als Charakter auftreten?
In einem spannenden Roman, der seine Helden vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt, ihnen aber eine realistische Chance lässt, mit Geschick, Mut und auch einer gehörigen Portion Unverschämtheit ihr Ziel zu erreichen. Und Spaß würde ich dabei auch haben wollen.

Neugierig auf den Roman von Florian Schicker "Verraten"? Hier geht es zur Buchbesprechung. »

© Rupi Schröder


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