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Cassardim - Jenseit der goldenen Brücke von Julia Dippel

Dezember 21, 2019


Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum sie und ihre fünf Geschwister so langsam altern, ist Teil des Familiengeheimnisses, das ihre Eltern um jeden Preis und mit allen Mitteln bewahren wollen. Dazu zählt auch, den mysteriösen Fremden, der eines Tages bei ihnen auftaucht, in Ketten zu legen. Denn Noar, der Mann mit den Sternenhimmelaugen und dem gefährlichen Lächeln, scheint die Antworten zu kennen, nach denen Amaia bereits ihr Leben lang sucht. Doch bevor es ihr gelingt, hinter Noars Fassade zu blicken, wird die Familie angegriffen und Amaia muss sich entscheiden: Will sie sich und ihre Geschwister retten, muss sie den Gefangenen befreien und ihm nach Cassardim folgen – in das Reich der Toten. In dieser fremden Welt findet sie die Wahrheit, aber alles hat seinen Preis – und ihr Herz gehört dazu …

S C H N E L L L E B I G   &   Ü B E R F Ü L L T

Cassardim - Jenseit der goldenen Brücke ist mein erster Roman von Julia Dippel. Im laufe der Zeit stellte ich fest, dass ich mit deutschen Young Adult bzw. Fantasy Romanen nicht viel anfangen kann, aber die vielen guten Bewertungen zu der Izara-Reihe als auch zu diesem Buch haben mich dazu bewegt dieses Buch lesen zu wollen, trotz einiger innerer Alarmglocken die mich davor warnten. Vielleicht hätte ich einfach mal auf meine Intuition hören sollen und es einfach dabei belassen sollen.

Julia Dippel hat einen guten Plot und viele gute Ideen in ihr Buch eingebracht, dennoch konnte ich mit der Welt Cassardims nicht viel anfangen. Die Ereignisse überschlagen sich ab der ersten paar Seite, vieles gerät im laufe der Geschichte in Vergessenheit und man hat kaum nähere Beschreibungen. Ich kam manchmal gar nicht wirklich mit - deshalb ich vieles nachlesen musste, was irgendwann wirklich nervig ist -  oder ich einfach gar kein Bild von den Geschehnissen vor Augen hatte. Dementsprechend litt auch die Stimmung dieses Buches darunter.

Auch mit den Charakteren bin ich nicht wirklich warm geworden. Man bekam keine Gelegenheit dazu irgend einen der Charaktere näher kennen zu lernen, nicht mal die Protagonistin, was richtig schade ist, denn ein Roman lebt von seinen Charaktere und erst von seinen Protagonisten.
Auf die Beziehung zwischen den Charakteren wird auch nicht näher eingegangen und mit jeder Seite verblassen Charaktere, welche am Anfang des Buches noch eine wichtige Rolle spielten immer doller in den Hintergrund.

Für mich war viel zu viel was Julia Dippel in ihr Buch einbringen wollte, viel zu schnell abgearbeitet. Die Fülle der Handlung hat mich erschlagen, was dazu führte, dass die Geschichte für mich ihre Magie verloren  hatte. Ich konnte sowohl zu der im Buch beschriebenen Welt als auch zu den Charakteren keine Verbindung aufbauen, was beim lesen für mich eine sehr wichtige Rolle spielt.
Es tut mir wirklich leid, dass ich eine der wenigen bin, dem dieses Buch nicht so wie erwartet zugesagt hat und bitte versteht mich nicht falsch: Ich fand das Buch nicht furchtbar schlecht, nur leider konnte es mich nicht so überzeugen, wie ich es mir gerne gewünscht hätte.

Original: "-"/ 2019, Planet! Verlag*, 528 Seiten, gebunden, Übersetzer/ -in: -,  hier kaufen als Buch oder eBook

*Vielen herzlichen Dank an den Planet! Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Bad Bachelor von Stefanie London

Dezember 07, 2019


Annie hatte ihr Leben im Griff: Hochbezahlte Karriere? Check. Schickes Appartement? Check. Sexy Mann, mit dem sie alt werden wollte? Check. Nur dass ihr Verlobter sie verlassen hat, um seine Karriere anzukurbeln. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, waren da die Fotos auf allen Society-Blogs, die ihn mit einer Frau zeigten, die ihren Hochzeitsring trug. Annie wollte sich nicht nur an ihrem Ex rächen, sondern alle Frauen davor warnen, sich von Playboys fernzuhalten. Doch leider ging das nach hinten los und nun ist sie die meistgesuchte Frau in New York.

Joseph hat in seinem Leben viele Fehler gemacht. Aber keiner war so schlimm, wie die Liebe seines Lebens zu verlassen, um im Ausland Karriere zu machen. Nun ist der Manager wieder in New York und will Annie zurück. Er versucht alles, um sie zu überreden, ihm eine zweite Chance zu geben, aber je stärker er sich bemüht, desto mehr stößt sie ihn von sich. Doch als Hacker herausfinden, wer Annie wirklich ist, ist Joe der einzige, der ihr helfen kann …


W I T Z I G ,  R O M A N T I S C H ,   S P A N N E N D 

Das dritte und letzte Buch dieser tollen Reihe handelt von Anni der Begründerin der Bad Bachelor App. Das Annies Geschichte erst zum Schluss erzählt wird empfinde ich als einen super passenden Abschluss.

Annie war mir bisher immer ein wenig suspekt, egoistisch und auch undurchsichtig. Ich konnte sie nicht wirklich leiden, bis ich die ersten Seite ihrer Geschichte gelesen habe. In dem Buch erfährt man Annies Beweggründe und man lern ihre Vergangenheit kennen, die alles andere als einfach war. Sie auf ihrer Reise zu sich selbst und zu ihrer großen Liebe zu begleiten hat extrem viel Spaß gemacht.
Durch die auch hier eingebauten Wechselperspektiven, kommt der Leser auch Joseph näher und lernt auch ihn kennen. Ich habe auch ihn, trotz der Fehler aus seiner Vergangenheit, schnell ins Herz geschlossen.

Über das ganze Buch hinweg spürt man, das aus Stefanie Londons Büchern bekannte Knistern zwischen den Protagonisten, das das Leseerlebnis nur noch realistischer macht. Die erotischen Szenen waren jedoch nicht zu dominant und genau passend platziert, ohne aufdringlich zu erscheinen.

Auch die Nebencharaktere in dieser Geschichte haben mir besonders gut gefallen. 
Den flüssigen und angenehmen Schreibstil Stefanie Londons macht auch hier das Lesen zu einem wahren Erlebnis auf den Straßen von New York. Man fühlt sich regelrecht in die Stadt die niemals schläft transportiert und man erlebt jedes Hoch und Tief hautnah mit den Protagonisten mit.

Das Ende, hat mich jedoch schon ein bisschen enttäuscht. Stefanie London schreibt grandiose Geschichten, jedoch wenn es um das Ende geht, habe ich das Gefühlt, dass sie nicht genau weiß wie sie es angehen soll.  Dennoch ist Bad Billionaire ein witziges, romantisches und spannendes Ende der Geschichte um die drei New Yorker Freundinnen. 

Original: "Bad Influence"/ 2019, Forever Ullstein Verlag*, 304 Seiten, broschiert, Übersetzer/ -in: Christiane Bowien-Böll, hier kaufen als Buch oder eBook

*Vielen herzlichen Dank an den Forever Ullstein Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

All of You von Maya Fields

Oktober 16, 2019


Maddy ist kurz davor, aus ihrem Eine-Frau-Start-Up ein erfolgreiches IT-Unternehmen zu machen. Dafür muss sie nur noch einen Deal mit dem renommierten Konzern Bowman & Tate abschließen. Doch während sie Expertin auf ihrem Fachgebiet ist, wird ihr schon beim Gedanken an die Präsentation vor den potentiellen Kunden schlecht. Dann begegnet sie Zac und während beim Anblick des arroganten Bad Boys ihr Herz wie verrückt anfängt zu flattern, fühlt sie sich in seiner Gegenwart auch selbstbewusst und sicherer. Genau das Auftreten braucht sie für ihre Präsentation! Kurzerhand stellt sie Zac als Assistenten ein und schafft es mit seiner Hilfe, den Deal zu bekommen. Alles wäre schön, würden doch nur die Schmetterlinge in ihrem Bauch und Zac aus ihren Gedanken verschwinden … Denn eins ist klar: Mit einem Typen wie Zac würde sie sich niemals einlassen!

E I N   B U C H   Z U M   V E R L I E B E N

All of You ist mein erstes Buch der Autorin Maya Fields und hoffentlich auch nicht das letzte. Denn dieses Buch lädt einfach zum verlieben ein. 

Maddys Geschichte hat mich gleich von den ersten bis zu den letzten Zeilen eingenommen. Diese basiert auf klassischer Romance die mit verführerischen Momenten gemixt zu einem grandiosen Leseerlebnis wird. Leicht und flüssig zu lesen, nimmt die Geschichte den Leser auf einer Reise deren Ende zu keinem Zeitpunkt abzusehen ist. Die logischen und nachvollziehbaren Handlungsstränge machten es möglich die Welt um sich herum zu vergessen und völlig in die Geschichte abzutauchen. Man fliegt nur so durch die Seiten und man findet sich viel zu schnell auf der letzten wieder.

Maya Fields bringt geschickt Spannung in die Geschichte ein und setzt diese phänomenal um, durch die typischen auf und abs die während des Lesens für eine Achterbahn von Gefühle sorgen.
Maya Fields Schreibstil ist leicht, locker, ergreifend und ausdrucksstark. Nur selten erlebt man Autoren die so viel Gefühl wie bei All of You der Fall ist, in das Geschriebene rein legen. All of You ist ein Roman voller Emotionen und Erlebnisse über zwei Protagonisten mit denen man von Anfang bis Ende mitfiebert, leidet, sich freut und von denen man sich nur schwer trennt.

Besonders habe ich Maddys Entwicklung genossen, die sie während der Geschichte erlebt. Eine solch starke Entwicklung eines Protagonisten, die auch nachvollziehbar und realistisch wirkt, erlebt man nur ganz ganz selten.
Einnehmend, fesselnd und vor allem spannend von den ersten bis zu den letzten Seiten.

Original: "-"/ 2019, Forever Ullstein Verlag*, 336 Seiten, broschiert, Übersetzer/ -in: - , hier kaufen als Buch oder eBook

*Vielen herzlichen Dank an den Forever Ullstein Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Bad Boss von Stefanie London

September 16, 2019


Wes Evans, Sohn eines Broadway-Produzenten, möchte endlich selbst etwas erreichen. Der sexy Millionär ist für seine preisverdächtigen Auftritte auf der Bühne bekannt. Doch seit die Bad Bachelors App erschienen ist, scheint die ganze Welt nur noch über sein Privatleben zu sprechen. Als er durch Zufall eine talentierte Balletttänzerin entdeckt, weiß er, dass sie genau das ist, was er braucht, um seiner neuen Show zum Erfolg zu verhelfen.

Remi Drysdale hatte nur einen Gedanken, als sie aus Australien floh und nach New York zog: Niemals wieder Arbeit mit Privatem zu mischen. Und mit Wes zu arbeiten ist die perfekte Chance, um ihre Karriere zu retten. Deshalb nimmt sich Remi vor, nichts mit dem Mann anzufangen, der ihre berufliche Zukunft in seinen Händen hält. Egal wie sehr er ihr Avancen macht und wie gut seine Bewertungen bei Bad Bachelors sind …

M O D E R N E   G E S C H I C H T E   M I T   W U N D E R V O L L E N   S E T T I N G

Da ich bereits den ersten Roman der Reihe "Bad Bachelor" gelesen und sehr gemocht habe, war ich auf die Fortsetzung der Reihe sehr gespannt.

Im Gegenteil zu meinen Erwartungen hatte ich einige Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen und in die von Stefanie Londons Welt um die drei Freundinnen abzutauchen. Vielleicht lag es auch an der Thematik - Ballet - das ich bei Filmen bevorzuge, jedoch bis jetzt nicht in Büchern. Dennoch fand ich es sehr interessant und ich habe mich - im Gegenteil meinen Erwartungen -  nicht gelangweilt.
Auch in diesem Teil der Reihe werden wir Zeuge, wie die App zur Bewertung der New Yorker Junggesellen falsch ausgelegt wird und sich somit auf das Leben eines Mannes mehr oder weniger negativ auswirkt. In diesem Fall spricht ganz New York über Wes und sein Liebesleben und über seine ... Anakonda? Wes will sich von seinen Kontrollsüchtigen Eltern lösen und eine eigene Aufführung am Broadway auf die Beine stellen. Die ganzen Kommentaren und Bewertungen auf der Bad Bachelor App lässt die Sponsoren an seiner Seriosität zweifeln und bringt somit die Realisierung seines größten Traums in Gefahr.

Remi Drysdale ist eine ehemalige Ballerina, die aufgrund einiger unschöner Erlebnisse in ihrem Heimatland Australien nach New York floh um einen Neuanfang zu wagen. Mit Wes Broadway Shows bekommt sie jetzt die Chance wieder in die Welt des Balletts einzusteigen. Aber das fällt ihr nicht so leicht, wie gedacht, denn sie muss ihre Dämonen der Vergangenheit bekämpfen. Sie ist voller Selbstzweifel und Ängste, sodass sie sich ständig selbst im Weg steht.

Zwischen den beiden herrscht ab ihrer ersten Begegnung eine besondere Chemie, die man beim Lesen sofort zu spüren bekommt. Ab diesem Punkt begleitet diese einzigartige Anziehungskraft einen über das ganze Buch hinweg. Jedoch ist es in der Ballettbranche gefährlich sich seinen Gefühlen hinzugeben, denn das kann ganz schnell gegen einen verwendet werden um eigene Ziele zu erreichen. Intrigen und Verschwörungen sind hier an der Tagesordnung.

Der Schreibstil der Autorin ist wie aus Bad Bachelor gewohnt, flüssig, leicht und modern. Der Roman lässt sich gut lesen. Mein einziges Problem stellen die oft benutzten Fachbegriffe, die bei mir über das ganze Buch hinweg immer wieder für kleine Unterbrechungen gesorgt haben, dar. Dennoch waren die Schilderungen so detailreich, dass man sich ohne große Mühe die von Stefanie London geschaffene Welt vorstellen und alles hautnah miterleben kann.

Eine frische und vor allem moderne Liebesgeschichte in einem wundervollen Setting.

Original: "Bad Reputation"/ 2018, Forever Ullstein Verlag*, 304 Seiten, broschiert, Übersetzer/ -in: Christiane Bowien-Böll, hier kaufen als Buch oder eBook

*Vielen herzlichen Dank an den Forever Ullstein Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Something in the Water- Im sog des Verbrechens von Catherine Steadman

August 28, 2019


Erins Glück scheint perfekt, als sie mit Mark ihre Flitterwochen auf Bora Bora verbringt. Auf der paradiesischen Insel genießen die beiden unbeschwerte Tage – bis sie bei einem Tauchausflug auf eine Tasche mit wertvollem Inhalt stoßen. Erin und Mark beschließen, ihren Fund für sich zu behalten und alle Spuren zu verwischen. Aber zurück in London beginnt ihr Geheimnis schon bald, sie in einen reißenden Abgrund zu ziehen. Als sich beunruhige Vorfälle häufen, weiß Erin plötzlich nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann …

E I N   G U T E S   B U C H

Auf diesen Titel war ich ganz gespannt, den sowohl das Cover als auch den Klappentext haben mich sehr angesprochen. Aber leider konnte mich der Thriller nicht wirklich überzeugen. 
Schon der Einstieg hat für mein Geschmack viel zu viel verraten. Ich hätte es viel besser gefunden, wenn die im Prolog verratene Informationen bis zum Ende aufgehoben wären, den ab einen bestimmten Punkt im Buch – und das schon ziemlich früh- war für mich klar wie das Buch enden wird. Es verlangt nur ein bisschen menschlichen Verstand um eins mit eins zu zählen. Somit hat mir der Prolog schon bevor das Buch richtig los ging das Ende gespoilert.

Die Grundidee des Buches fand ich von Anfang an sehr interessant, es hätte vielleicht dennoch spannender umgesetzt werden können. Die Autorin baut viel zu spät die Spannung auf und verliert sich viel zu oft in langatmiges und unnötiges Geplapper. Gerade bei einem Thriller erwarte ich, dass der Spannungsbogen schon ziemlich früh im Buch aufgebaut und stetig weiterentwickelt wird. Erst ungefähr nach der Hälfte fängt das Buch einigermaßen an Fahrt auf und wird ein bisschen Intensiver. 
Vor allem die Auslösung zum Schluss konnte mir nicht die Genugtuung die ich als Leser von einem Thriller erwarte bieten. Das lag bestimmt daran, dass ich schon aus dem Prolog hervorsehen konnte in welcher Richtung sich die Geschichte entwickeln wir.

Catherine Steadman hat durch ihren Prolog, meiner Meinung nach, die Möglichkeit auf einen sehr guten Thriller verschenkt. Diese paar Informationen am Anfang nehmen dem Buch jeglicher Spannung und überraschende Wendungen. 
Auch die Hauptcharaktere sind mir zu fade und b lass. Ich hätte mich hier über mehr Tiefe sehr gefreut. So konnte ich mich mit keinem Charakter identifiziere. Insbesondere unsere Protagonistin Erin war mir zu naiv und durch ihre Art auch unsympathisch. 
Dennoch schreibt Sie flüssig und unterhaltsam. Ich fand vor allem die Ich-Erzählperspektive sehr passend. Diese Perspektivenart mag ich durchaus gerne und vor allem in Thriller, denn dadurch entsteht eine Einzigartige Nähe zu den Hauptcharakter und man bekommt als Leser einen besonderen Einblick in dessen Gedanken- und Gefühllage.

Ich möchte keinem von dem Buch abraten, dennoch verpasst man nichts, wenn man es doch nicht tut.  
Für mich persönlich war es ein ziemlicher Reinfall, den ich werden spannend noch gutgeschrieben fand. Die Geschichte an sich hat mir sehr zugesagt, es gaben auch interessante Wendungen aber der Prolog zerstört schon einiges.

Original: "Something in the Water."/ 2018, Piper Verlag, 464 Seiten, Übersetzer/-in: Stefan Lux, hier kaufen als Buch oder eBook

* Vielen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Zwei Schwestern - Im Bann des Dschihad von Åsne Seierstadt

August 06, 2019


An einem Nachmittag im Oktober 2013 kommen die zwei Teenagerschwestern Ayan und Leila nach der Schule nicht wie gewohnt nach Hause. Stattdessen schicken sie eine E-Mail – mit einer Nachricht, die ihren Eltern und Geschwistern schier die Luft zum Atmen nimmt: Die beiden Schwestern befinden sich auf der Reise nach Syrien, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen. Sofort begibt sich ihr Vater auf die Suche nach ihnen mitten hinein ins Kriegsgebiet. Auf seiner verzweifelten und lebensgefährlichen Odyssee kooperiert er mit Schmugglern, Geheimdiensten und Terrormilizen. 
Wieso haben seine Töchter freiwillig ihr sicheres Leben aufgegeben? Wieso wurden im Vorfeld die Zeichen nicht richtig gedeutet? Und wie schafft er es, sie wieder zurückzuholen, notfalls auch gegen ihren Willen? Åsne Seierstad beleuchtet das Thema in seiner gesamten Komplexität. Sie deckt nicht nur die Hintergründe der Radikalisierung sowie die Auswirkungen auf die Hinterbliebenen auf, sondern gewährt auch dramatische Einsichten in das Leben und Überleben im Terrorstaat.

E I N E   E R S CH Ü T T E R N D E   G E S C H I C H T E

Die Geschichte der beiden somalisch stämmigen Norwegerinnen, in der aus zwei selbstbewussten freien Frauen mit ehrgeizigen beruflichen Plänen immer mehr zu Fundamentalistinnen werden, ist sowohl interessant als auch traurig zu gleich. Die verzweifelte Suche des Vaters nach den Töchtern, die Verwirrung des großen Bruders, der sich von der Religion distanziert. Dieses Buch ist zutiefst erschütternd. 

Die Entwicklung der beiden Schwestern und wie sich die beiden ihrem Umfeld und gleichzeitig auch dem Leser entfremden ist aufschlussreich und spannend erzählt. Jedoch fiehl es mir schwer zu glauben, dass der im Buch beschriebene Radikalisierungsprozess seine Wurzeln nicht schon im jungen Alter geschlagen hat, angefangen bei der islamischen Erziehung. Dort wo einmal ein Unterschied zwischen Muslimen und den sogenannten "Kuffar" Ungläubige gemacht wird, gibt es keine Ausnahme mehr.

Trotz des wiederholten Lobes an den norwegischen Staat, für ihre ununterbroche finanzielle Hilfe, weigerte sich die Mutter vehement dagegen die norwegische Sprache zu lernen, der Vater unternahm nichts was ihm aus der norwegische Sozialhilfe herausgebracht hätte und beide Eltern sorgten sich, dass die Töchter zu norwegisch werden könnten. Die fehlende Integration der Famlie und die deutlich ausgeprägte Kontaktunterbrechung zu norwegischen Mitmenschen als eine Regel des ganz normalen, alltäglich gelebten Islam gab mir mehrmals einen Grund zum Grübeln. Es mag weitere wichtige Punkte gegeben haben im Radikalisierungsprozess der beiden Schwestern, dennoch für mich fehlte über das ganze Buch hinweg ein wichtiges Puzzelteil. Dies ist natürlich nicht der Islam, aber für mich war diese heftige Radikalisierung nicht ohne möglich.

Das Buch gibt darüber hinaus einen ausführlichen Einblick in die Denkweise der salafistisch geprägten Muslime, die unzähligen verfeindeten Gruppen in Syrien und die Struktur des IS. Beim lesen wird das eigene Weltbild oft auf die Probe gestellt.

Åsne Seierstadt schrieb mit Zwei Schwestern ein Buch bei dem auch lange nach der letzten Seite, die Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Die Geschichte der beiden Schwestern und ihrer Familie hallen beim Leser noch lange nach.
Original: "To søstre"/ 2016, Kein und Aber Verlag, 528 Seiten, Übersetzer/-in: Nora Pröfrock, hier kaufen als Buch oder eBook

* Vielen Dank an den Kein & Aber Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Was kommt nach der Queen? von Mareile Höppner

August 04, 2019


Pracht und Perfektion, prunkvolle Krönungen und Geburtstagsfeierlichkeiten – und doch gilt das britische Königshaus dank Queen Elizabeth II. als Wohlfahrts- und Familienmonarchie. Und fasziniert über die Landesgrenzen hinaus: Wir verlieben uns regelmäßig in ihre Prinzen und Prinzessinnen. Amüsieren oder empören uns über vermeintliche Skandale. Weinen leise Tränen der Rührung bei ihren Hochzeiten und Taufen … Mareile Höppner geht der großen Faszination für die britische Krone nach. Und der Frage: Was wird geschehen, wenn die lange, stabile Regentschaft der Queen endet?

E I N F A C H   K Ö N I G L I C H

Mit Was kommt nach der Queen? hat die Moderatorin und Adelsexpertin Mareile Höppner ein beeindruckendes Buch geschrieben.

Da ich mich für die britische Monarchie und die Royals interessiere, hat dieses Buch mein Interesse im Besonderes erweckt.Und obwohl ich schon einiges über die Monarchie wusste, konnte mir dieses Buch dennoch eine Menge neue Informationen vermitteln.
Mareile Höppner zeigt in ihrem Buch detailliert wie sich die Monarchie mit den Jahren verändert hat und geht auch auf den Einfluss der Royals ein und wie sie diesen nutzen.

Der Kern des Buches macht jedoch die detailreiche, nüchterne und dennoch liebevolle Analyse jeder einzelnen Könighaus-Mitgliedes aus. Diese reicht von Prinz Philip bis hin zur neuen Herzogin von Sussex, Meghan.  Man erfährt viel Hintergrundwissen, auf eine erfrischende und spannende Art die einen einfach nur zum weiterlesen einlädt.

Mareile Höppners leichter und lässiger Schreibstil rundete das ganze ab und machte dieses Buch einfach nur noch großartiger.

Was kommt nach der Queen? ist nicht nur für Fans der Royalen Familie eine Bereicherung, sondern für jeden von Bedeutung!

Original: "-"/ 2018, Rowohlt Verlag, 256 Seiten, Übersetzer/-in: -, hier kaufen als Buch oder eBook

* Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Das Haus der Verlassenen von Emily Gunnis

Juli 16, 2019


Sussex, 1956. Als die junge Ivy Jenkins schwanger wird, schickt ihr liebloser Stiefvater sie fort – ins St. Margaret's Heim für ledige Mütter. Sie wird den düsteren, berüchtigten Klosterbau nie mehr verlassen ...
Sechzig Jahre später stößt die Journalistin Sam in der Wohnung ihrer Großeltern auf einen flehentlichen Brief Ivys. Er ist an den Vater ihres Kindes adressiert – aber wie ist er in den Besitz von Sams Großvater gelangt? Sam beginnt die schreckliche Geschichte von St. Margaret's zu recherchieren. Dabei stößt sie auf finstere Geheimnisse, die eine blutige Spur bis in die Gegenwart ziehen. Und die tief verstrickt sind mit ihrer eigenen Familiengeschichte.

E I N E   S O L I D E   G E S C H I C H T E 

Dieses Buch hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen durch die ganzen positiven Stimmen auf anderen Blogs, YouTube und Instagram. Auch die Handlung hat mich sehr angesprochen und als ich erfahren habe, dass das ganze noch auf zwei Ebenen spielen sollte wars um mich geschehen.

Der Roman beginnt vielversprechend mit einem dramatischen Prolog, der eine spannende Geschichte erahnen lässt. Der Leser springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her und erfährt somit die Geschichte aus zwei Sichten. 
Die ersten hundert Seiten lassen sich wie nichts weg lesen und dabei ist eine unterschwellige Spannung zu spüren. Jedoch fängt die Geschichte dann an, mit jeder weiteren gelesenen Seite verworrener und verwirrter zu sein. Der Leser wird aus dem Geschehen herausgerissen und wird nur noch zu einem Zuschauer. Auf einmal ist da eine Distanz zwischen dem Leser und den Charakteren, welche über das ganze Buch hinweg bestehen bleibt.

Tiefe, Dramatik, Glaubwürdigkeit fehlten mir leider hier komplett. Dafür aber gab es blasse Charaktere zu denen ich - als Leser - keine Bindung aufbauen konnte und einen Spannungshöhepunkt, der viel zu schnell erzählt wurde. Es lag wahrscheinlich daran, dass man durch Sams Recherche schon alles im Vorfeld erfuhr, was der weiteren Geschichte die Spannung nahm.
Auch wenn die Thematik dem Leser nahe geht; die vielen Schauplätze und die vielen entstanden Fragen die hier verfolgt werden lassen die Geschichte etwas wirr wirken. Dabei hat Emily Gunnis einen flüssigen, einfachen und verständlichen Schreibstil. 

Trotz aller Schwachpunkte ist dieses Debüt ein solider Roman. Ich hätte mir ein wenig mehr Spannung, Gradlinigkeit und Tiefe gewünscht, dennoch habe ich gerne die Geschichte bis zur Ende verfolgt.

Original: "The Girl in the Letter"/ 2018, Heyne Verlag, 400 Seiten, Übersetzer/-in: Carola Fischer,   hier kaufen als BucheBook oder Hörbuch

* Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

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